11/02/2013

Comic Messe Koeln


Die Messe war toll, ich habe einige Vendetta, zwei DVD und eine Originalzeichnung verkauft, das ist schon recht gut.
Der Stand war herzig. Es gab nur einen komischen Besucher, der noergelte an meinen Sachen rum und sagte, er habe eine original Fahne der RAF gesehen und meine Zeichnungen seien ja ueberhaupt nicht in dieser Aesthetik. (?) Auch fehlte ihm die konkrete Szene der Ermordung Aldos. (!) Das hat mich dann irgendwann ein bisschen genervt. Aber zum Glueck kam dann gleich ein Besucher, den meine Sachen sofort sehr ansprachen und und spontan starken emotionalen Zugang zu Aldo hatte.
Schon interessant, wie sich zwei so gegensaetzliche Typen quasi zusammen einfanden. wie auch immer, es war ein toller Tag.


Aber  der RAF -Fahne Typ war schon krass. Was mich dabei schaudert ist der Gedanke, dass ueberhaupt die Aesthetik dieser Fahne der Masstab sein soll, mit dem mein Werk gemessen wird. Warum? Mal abgesehen davon, dass die RAF in "Vendetta" ja gar nicht vorkommt, wenn schon waere das die Brigate Rosse, aber egal, warum eigentlich ist die Perspektive der Taeter relevant? Warum nicht die der Opfer? Warum ist "Aldos Aesthetik" nicht gewuenscht? Warum ist alles was in ihm interessiert, seine Ermordung, sein blutiger Koerper, was ist ist mit seiner Seele, was ist mit IHM?

Kommentare:

  1. Ich vermute mal, der hat überhaupt nicht begriffen, was eine Uchronie ist und wie die einzelnen zeitlichen und inhaltlichen "Versatzstücke" da zusammengefügt werden. Daß es eben nicht um absolute historische Genauigkeit geht, sondern um ein sehr freies Was-wäre-wenn.

    Ich kenne es übrigens auch, daß mir kritische Bemerkungen immer viel intensiver im Kopf klebenbleiben und mich mehr beschäftigen als positives Feedback. Versuche schon seit einer Weile, mich da "umzufokussieren", aber es ist nicht immer einfach ...

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  2. Wobei es in dem fall weniger um die Kritik als solche ging - ich KANN und WILL gar nicht liefern was er wollte, sondern um diesen vernagelt-betonten Unwillen, Aldos Perspektive anzuerkennen. Er wollte ihn tot / sterbend sehen und suchte bewusst nach der Ermordungsszene und als er die nicht fand, war er enttäuscht. Was mir dabei zu schaffen macht ist das Wissen, dass er damit längst nicht alleine ist. Und da quält moich die Frage nach dem Warum.

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  3. Weil das genau die Szene ist, die in der Berichterstattung (der realen) natürlich nicht sichtbar wurde. Der Kerl ist anscheinend ein Opfer der durch die Medien erschaffenen Scheintransparenz des öffentlichen Lebens, die den Betrachter allmählich abstumpft, weil der Fokus dort meist auf dem Sensationellen und/oder dem Schrecklichen liegt. Traurig ...

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