1/10/2015

Von der Ohnmacht

Ist es wirklich nur mein subjektiver Eindruck, dass sich die "Qualität", die Dimension des Terrors verschärft hat?

Man hielt mir vor, dass die Siebziger und Achtziger Jahre schon voller Terror und Kriege waren. 
Nun, dessen bin ich mir sehr wohl bewusst. Schliesslich gehe ich ja auf Pilgerfahrt für einen ermordeten Politiker der Siebziger Jahre. Es war eine gewalttätige Zeit, zweifelsohne. Und den kalten Krieg, mit dem Jahr am Rande des Abgrundes  - 1983  - vergesse ich nie.

Und dennoch habe ich das Gefühl, dass mit dem Islamistischen Terror eine neue Dimension an Bestialität Einzug gehalten hat. Die RAF, die IRA, die Brigate Rosse - sie alle scheinen wie Amateure im Vergleich zu IS und Konsorten. 
Und noch was ist anders: Man konnte den Terror verurteilen, ohne mit jedem neuen Atemzug erst mal einen "Die RAF hat aber mit dem Kommunimus nichts zu tun" Disclaimer absetzen zu müssen.

Natürlich legten viele  linksgerichtete Menschen Wert darauf, festzuhalten, dass ihre Vorstellung vom Sozialismus sich werder mit jener der RAF deckten, noch mit jener der Machthaber in den Sovjetstaaten. Sie pochten auf Differenzierung. 

Aber Kommunismuskritik automatisch mit Rassismus gleichzusetzen, auf die idee sind, wenn überhaupt, nur die RAF selber und deren radikal-Sympthisanten gekommen.  

Ansonsten gabs damals wie heute die "Ja, aber..." Relativierungen. 

Was bleibt, sind die ermordeten Opfer. Die von jetzt, die von damals und das bittere Gefühl, dass sie im Grunde nichts zählen. 
Genau wie bei Aldo Moro, werden die Trauermärsche irgendwann vorbei sein und man geht zur Tagesordnung über. Und ab dann spielt die Zeit für die Täter. 

12/22/2014

Der verdammte Druck

Ich weiss, dass es anderen schlechter geht oder sie zummindest ihre eigenen Sorgen haben. Ich weiss auch, dass es "unanständig" ist sich "schlecht zu fühlen. Aber Was tun, wenn man die Emotion nicht ändern kann?
Niemand kann mir sagen, wie man damit umgeht, wie man den Druck los wird, diese seelische Atemnot.

Der Druck steigt ins unermessliche. Ich kämpfe schon ewig gegen den Wunsch an, jemanden zu haben, dem ich sagen kann, was mich schmerzt, aber manchmal wird dieser Wunsch so gross und nicht mehr niederringbar, dass sich die Venen und Adern in mir verengen und nur noch einen pochenden Schmerz auslösen.Dan kommt das irre Verlangen, ein Messer zu nehmen und den Druck zu erleichtern, Blut abzulassen. Den Druckabfall zu geniessen, das Dämmern, das wegfliessen des Schmerzes.



2/06/2014

Ein Kreis der sich schliesst

Warning: Schmuddelcontent ;)

Es zieht in den Lenden, die Mens steht bevor. Ob sie noch vor Montag kommt? Falls ja, wird es die letzte in in meinem Leben sein.  Denn nach der OP, nach dem "Ausräumen", ist Schluss.

Alle Frauen die so eine OP hinter sich haben loben diesen Effekt in den höchsten Tönen.
Und ja, so werde ich auf der Pilgerreise ein Problem weniger haben. *räusper*

Dennoch. Ein Kapitel des Lebens geht zu Ende und das wird nicht gänzlich ohne Melancholie erlebt .

Und wieder ist es ersatunlich, wie sich alles zusammenfügt: Die erste Mens hatte ich so um 11, 12, also genau in der Zeit, als das mit Aldo Moro passierte. Und heute, wo er wieder ein Thema ist, geht sie zu Ende. Dazwischen liegen 35 Jahre die als Ära nun Geschichte werden.

Reboot und Restart.

Und eine weitere kleine Sache. Ich hatte es ja früher nie mit Feigen. Erst durch Aldo lernte ich diese Früchte lieben. Nun las ich, dass man Feigen auch eine positive Wirkung gegen Tumore nachsagt. Ich gehöre definitiv nicht zu den Leuten die glauben, durch die "richtige" Ernâhrung liesse sich Krebs heilen und Unsterblichkeit erlangen. Dass Aldo nun aber ausgerrechnet zu der Zeit seine Feigen in mein Leben trägt, in der ich Tumore habe, ist ein "Zufall"; deren Kraft ich mich nicht gänzlich entziehen kann.







1/20/2014

Meme

Egentlich schon auf facebook veröfentlicht, aber weils so schön ist, auch noch hier:


This is a Meme Geier brought to my attention. He already did it - see the amazing result:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=440852649377669&set=a.222230321239904.49614.222228304573439&type=1&theater

So I could'nt resist but to try it, on my turn, with JFK and Aldo Moro.
1. Normal - well the usyal way I draw them.
2.Anime / manga. F*** I goddam hate that style! I mean, it's a style that never seems to vary any head forms, noses, mouths. How can you draw historcal characters that way? Challenge: Everyone who manages to draw JFK and Aldo in manga Style - in a way that they are *recognizable not only by their hair* will have me to draw anything he / she wants!
3. Chibi : The Upgrade of Awe and Horror. I couldn't do it. Seriously. Jack and Aldo will divorce from me and in Aldos case it might be an "italian divorce".
4. Simpsons. Well... Aldo looks like Mr. Burns.

5. Southpark: Didn't believe they would be that hard to draw.
6. Disney. Your average tacky style of them old 2D Films with their repeating range of exaggerated facial expressions.
7. Marvel. Probably would have required thicker Outlines. By the way; I thought they both would have more fun playing Villains than heroes. Hence I may I introduce Evil Shamrock-Jack and the creepy Lord Figtree!
8. Muppet / Puppet - Whatsoever. Really, I didn't know what to do here....




1/03/2014

Peppinos neues Heim


Der grosse tag für Peppino:
 Abschied nehmen von seinen alten Herren und Fahrt in sein neues Zu Hause. 

Die ganze Nacht habe ich mir den Kopf zerbrochen. Wie das wohl wird, mit dem Verladen. 
Ein Verladefrommes Pferd ist ein Segen, den es nicht übermässig häufig gibt. Und nun ist Peppino noch  jung, unerfahren und etwas ängstlich. Ich stellte mich also darauf ein, dass er sich aufführen wird wie ein Satan auf Extasy. 

Und nun heute Morgen... Zack! Drin wie nix! Keine Zicken, kein Gedrehe, kein bocken. Beim Ausladen das selbe: Brav wie ein Engel! 


In der neuen Box findet er sich auffallend rasch zu recht. Er kommt zu mir, schmust, ist lieb. Und ich denke: 
"Ok. Du HAST das richtige Tier."

Der Reitstallbesitzer ist ebenfalls erfreut. Er macht einen sehr freundlichen, kompetenten Eindruck. Er ist zuversichtlich, dass er mein Riesenbaby gut ausbilden kann. Alles in allem ist es so genau richtg gelaufen. Besser als gleich zu beginn bei mir, ist er vorab in diesem professionellen Etablissement aufgehoben, wo er - und ich mit ihm ! - eine ebenso professionelle Ausbildung erhalten werden.

Nur dass das alles halt schweineteuer ist. Aber nun ja. Im Moment bin ich einfach froh, dass alles so gut geklappt hat und er erst mal so richtig gut untergebracht ist. Als nächstes steht dann der Tierarzt an. Wegen der Kastration.

12/31/2013

Silvester

Und wieder geht ein Jahr zu Ende.

Für mich persönlich war es gewiss eines der ereignisreichsten und in vieler Hinsicht auch eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt. Vieles was früher undenkbar erschien, ist 2013 möglich geworden. Es wurden wichtige Weichen gestellt.

Gleichzeitig hatte ich mehr als je zuvor mit Depressionen und psychischen Ausnahmezuständen zu kämpfen.

2014 wird es nun gelten, den dieses Jahr eingeleiteten Umbruch weiter voran zu treiben. Insbesondere durch die Vorbereitungen auf die Pilgerreise, mit welcher ich mein Leben komplett neu kalibrieren werde. Es wird eine Zeit des Lernens: Lernen mit dem Muli, Lernen zu wandern, lernen zu packen, lernen mehr draussen als drinnen zu sein, italienisch (wieder)lernen.  Lernen auch die neuen Symbole und Omen, die Aldo in mein spirituelles Leben bringt, die Sprache, mit der er kommunziert verstehen, annehmen. Es ist wie mir Aldo neulich im Traum sagte: "Du wirst lernen, alles wieder mit jenen Augen zu sehen, die Du vor fast 40 Jahren hattest. Damals als Du in Italien warst."

Eine Rückkehr zur völligen Ergebnisoffenheit, ohne Limit.

Die Pilgerreise hat insofern längst begonnen. Ich verstehe nun jeden Tag als neue Lektion in diesem grossen Lernprozess.

Ich wünsche Euch allen ein schönes, gesundes und glückliches 2014

12/06/2013

Entschleunigung - Beschleunigung


Entschleunigung und BESCHLEUNIGUNG. Ich erlebe die ganze Lebensveränderung wie zwei Züge. Der eine,der alte Zug, wird almählich langsamer. Gleichzeitig setzt sich der neue in Bewegung und nimmt Fahrt auf. Ganz langsam. 

Doch nun, ganz plötzlich, wird der zweite, neue Zug schneller - früher als erwartet! Samstag bekomme ich eine Lieferung Heu - ich muss die Scheune leeren, und ich habe die ersten Angebote für Maultiere erhalten. Und auf den Beinen um zu trainieren bin ich sowieso die ganze Zeit.

12/05/2013

Wahl des Transportmittels



EINTRAG 2: Die Wahl der Reisemittel

Bei einer Pilgerreise ist in vielerlei Hinsicht der Weg das Ziel. Sich einfach mit einem modernen Transportmittel wie Flugzeug, Bahn oder Bus an die gewünschte Stätte transportieren zu lassen schien mir daher nicht zweckdienlich zu sein. Folgende Optionen standen zur Auswahl:

Mit dem Fahrrad

Einer meiner besten und langjährigen Freunde ist jedes Jahr mehrere Monate im Sommer mit dem Rad durch Frankreich gefahren: 3000 km und das mit 75 Jahren! Erst seit ihn eine Horror-Bronchitis stark geschwächt hat, ist dieses wunderbare Dasein in Freiheit Vergangenheit. Ich habe auch ein Rad und radle gern. Daher bot es sich erst mal an, diese Pilgerreise mit dem Rad zu machen. Nachteile: man muss sich weitestgehend an Strassen halten. Klar gibt es auch viele Feldwege und schwach befahrene Landstässchen. Aber dennoch. Um lange Strecken auf übel befahrenen Strassen kommt man nicht herum. Über die Alpen müsste ich dann in jedem Fall eine geteerte Strasse wählen. Ich will aber über durch die alte Via Mala. 
Der Vorteil des Fahrrades ist natürlich, dass man relativ schnell vorankommt und das Projekt in der Hälfte der Zeit zu schaffen wäre.

Zu Pferd (reitend)

Als ich noch meine Pferde hatte, in Deutschland, bin ich viel geritten und hatte auch Wanderritte gemacht. Wanderreiten bedeutet übrigens: auf eine Stunde im Sattel kommt mindestens eine Stunde zu Fuss, das Pferd führend. Auf schwierigem Gelände, zb stark bergauf oder bergab, sowieso. Reiten bedeutet, dass man weniger Gepäck auf das Pferd laden kann. Auf längeren Strecken muss daher ein Packpferd oder Packesel mitgeführt werden, was das ganze aufwendiger macht. ich muss die Tiere ja auch vor - und vor allem nach - der Reise noch unterbringen und im Moment habe ich nicht die Kapazität, zwei Pferde halten zu können.

Mit der Kutsche 

Es gibt in Frankreich einen Troubadour, der im Sommer mit dem Planwagen durchs Land fährt und unterwegs seine Audio CDs verkauft. Sehr reizvolles Konzept, das ich ernsthaft in Erwägung gezogen habe. Der Vorteil ist, dass man im Wagen viel mitnehmen und auch darin übernachten kann. Der Nachtteil ist der selbe wie beim Fahrrad. Man muss sich sogar noch konsequenter an die Strassen halten. Das bedeutet unter Umständen stundenlanges ruckeln auf stark befahrenen Landstrassen, überholt von donnernden, stinkenden Lastwagen, hupenden Autos und lärmenden Motorrad-Deppen-. Schenk ich mir. Ausserdem kann - und wird - An der Kutsche mal was kaputt gehen. den nächsten Stellmacher zu finden, dürfte schwierig sein.


Autostopp

Stundenlanges rumstehen an Strassenrändern, bis endlich irgendeiner anhält. Mit einiger Wahrscheinlichkeit handelt es sich dann um einen irren Psycho, der einem vergewaltigt, ermordet und im nächsten Wald entsorgt. Dann doch lieber mit dem eigenen Auto, wenn schon Auto. Nur ist das dann keine Pilgerreise mehr, siehe Einleitung.

Saumtier

Wandern zu Fuss, zusammen mit einem Maultier (oder kräftigem Esel) der das Gepäck trägt, schien mir die ideale Alternative. Man ist maximal mobil und kommt über enge, steile pfade, wo auch ein Mountainbike nur noch ein Hindernis wäre. So ist es möglich, praktisch querfeldein reisen und viele Kilometer zu sparen. Der Maulesel ist Gesellschaft und hautnaher Naturkontakt in einem. Saumtierkaravanen waren Jahrhunderte lang das Mittel der Wahl, um Waren über die Alpen zu transportieren. Und genau dieses urtümliche Erlebnis strebe ich an.

Der Entschluss


Ich werde eine Pilgerreise machen.
Anfang Mai  April 2015 soll es losgehen! Von Harsault bis nach Maglie, dem Geburtsort von Aldo Moro. Zu Fuss, nur mit einem Saumtier. Ich habe also gut Anderthalb Jahre Zeit für die Vorbereitungen. 

Die Idee gärt schon lange in mir. Die Sehnsucht frisst sich durch die Eingeweide. 
Warum gerade jetzt der Entschluss gefallen ist, dieses Projekt zu realisieren?

Ganz einfach. Wenn ich das in den nächsten zehn Jahre nicht mache, dann wird nie mehr etwas daraus. JETZT bin ich körperlich noch fit genug, um so ein Unterfangen überhaupt in Erwägung ziehen zu können. (Und auch so wird es noch viel Training im Vorfeld brauchen)
Derzeit besteht mein Leben aus folgenden Rhytmus: Zeichnen, erschaffen, publizieren - Depression bekommen, weil das fertige Projekt nicht ankommt - neue Hoffnung auf das nächste Projekt verlegen - Zeichnen, schuften - publizieren.... und das ganze wieder von vorne.

Ich habe das tiefe Bedürfnis, aus diesem Kreislauf auszubrechen. 2015 werde ich 50 jahre alt. Wenn ich in dem selben Tempo weiter schaffe-publiziere-neu schaffe werde ich bis dahin vermutlich ein paar Bücher mehr fertig haben, vielleicht ein Film und - mit Sicherheit - einige Dutzend Postkarten. Ansonsten werde ich ganz genau da stehen, wo ich jetzt bin.
Meinen zwanzigsten Geburtstag habe ich einst in der Jugendherberge von Kiel "gefeiert". damals wanderte ich zu Fuss durch Norddeutschland. Eines der schönsten und prägendsten Erlebnisse meines Lebenes. Der Gedanke, meinen 50ten nun irgendwo in Apulien zu verbringen, mit offener, ungewisser Zukunft ist wunderbar und hoffnungsvoll.

Und so wird nun diese Reise meine ohnehin immer enorm langfristige Planung bestimmen. Die Projekte Veröffentlichen von "Balllade von John und Aldo", der Besuch der Messe Leipzig und Enghien les Bains so wie Köln 2014 werden natürlich realisiert. Und selbstredend auch die vielen kleinen Messen in der Umgenung; Vittel, Nomexy...Aber damit HAT ES SICH! Alle finazielle und gestalterische Anstrengung wird ansonsten in diese Pilgerreise gesteckt.
Ich werde hier über die Vorbereitungen Tagebuch üben und, wenn es so weit ist, dann auch von Unterwegs. Denn ganz klar, das Ipad wird mitkommen. 


11/21/2013

22. November


50 Jahre ist es her und jetzt interessiert sich plotzlich wieder alle Welt für "ihn".

Irgendwo, jenseits der im unfreiwilligen Zusammenspiel von JFK-Gegnern und  JFK-Fans erschaffenen Kunstfigur, versteckt sich der wahre John F. Kennedy.
John F.  ist wie der Mond, den er so gerne erobern wollte: Er hat eine strahlend schöne, helle und eine dunkle, unbekannte Seite. Dazwischen liegen die ganzen Mondphasen. Jede steht für einen bestimmten Aspekt seines Wesens.
Ich möchte mich an dieser Stelle jenem Flecken Mond widmen, den er mit mir teilt: Der Kunst.
JFK als Politiker mag man unterschiedlich bewerten. Als Muse ist er unschlagbar! Ich bin nicht die einzige Künstlerin, die sich seit Jahrzehnten anhaltend von ihm inspiriert fühlt. Er dürfte der am häufigsten künstlerisch aufgearbeitete US-Präsident der Geschichte sein.
John F. Kennedy liebte die Kunst und  - vielleicht mehr noch, er liebte die Künstler. Sein Lieblingskünstler war der Dichter Robert Frost. ihm vertraute er auch das Schreiben eines Gedichtes anlässlich seiner Vereidigung an.
Es beginnt mit:
Künstler einzuladen, auf dass sie teilhaben mögen
an den grossen Ereignissen des Staates. 
Dies ist etwas, das wir Künstler feiern sollten.
Heute ist für meine Sache der Tag der Tage.
Und so lobpreise ich auf altmodische Weise
jenen, der als erster an so etwas dachte.

(Gemeint ist JFK, der zu seiner Inauguration insbesondere viele Künstler einlud).

Kennedy war bekannt dafür, dass er auch und gerne Bücher von noch völlig unbekannten Autoren las und Gemälde von ebenso unbekannten Malern kaufte. Manchmal verschenkte er diese auch recht schnell wieder. Es ging es ihm wohl vorranging darum, dass der Künstler etwas hatte verkaufen können  - und zwar an den Präsidenten. Ein Präsident, der auch mal ein fotokopiertes Fanzine erwarb und stets Interesse für Experimente und ungewöhnliche Ausdrucksformen zeigte. Das gab es vorher noch nie. Es machte ihn in der Welt der 60er Jahre Kunstavantgarde zu etwas ganz Besonderem.
 JFK liess sich gerne malen und zeichnen. Und so kam bald sehr viel "JFK-Art" in den Umlauf. Manchmal sehr gelungene Werke und manchmal auch etwas weniger gelungene - stets aber lebendige, inspirierte Kunst.  Er war eine begeisterte Muse, willig posierend für jeden, der sich mit ihm wie auch immer auseinandersetzen wollte.

Als kurz nach Amtsantritt die ersten Karikaturen von ihm in der Zeitung erschienen, bestellte er die Karikaturisten zu sich ins Weisse Haus. Er baute sich vor den staunenden Zeichnern auf und sagte: "Schaut! SO sehe ich aus! Etwas schlanker als ihr mich gezeichnet habt und das Haar etwas weniger struppig".

Nein, es war ihm nicht einerlei wie er dargestellt wurde. Eine verspielte Eitelkeit bewog  ihn immer wieder,  die Nähe malender Hände zu suchen. Es verursachte bei ihm zuweilen heftige Gefühle der Kränkung, wenn eine Darstellung aus seiner Sicht zu spöttisch, würdelos oder einfach nur dümmlich und lieblos war. Er gab dann offenherzig zu verstehen, dass ihn das verletzte.

Aber nie rief er nach Zensur oder versuchte er, Kraft seiner Macht eine Darstellung zu verhindern. Sein Motto war stets: "Du hast das Recht mich zu kritisieren, aber ich habe auch das Recht zu sagen, was mir nicht gefällt."
Und das tat er auch. Ausgiebig, kreativ und mit unverhohlener Lust. Mit seinem beissendem Humor, dem typischen "Kennedy-Stil" war er selber so etwas wie ein Künstler. "Es ist doch gar nicht wahr, dass ich anlässlich des Staatsbesuches bei Premier Diefenbaker (Kanada) heimlich "Arschloch" auf ein Papier gekritzelt habe. Erstens bin ich nicht so blöd und zweitens kannte ich ihn damals ja noch gar nicht so gut."

Dass er dann mal "Alle Geschäftsleute sind Arschlöcher" gesagt hatte, dazu stand er indes. Die so Gescholtenen reagierten ihrerseits teilweise mit Humor, in dem sie  bei Wirtschaftskongressen einen Button mit der Aufschrift "Mitglied im Arschloch-Club" trugen.

Einmal hielt er eine Rede vor führenden Wirtschaftskapitänen. Er sagte "Sie haben mich eingeladen, weil Sie mich fälschlicherweise für den Sohn meines Vaters halten. Nun, ich werde die halbe Stunde, für die Sie mich bezahlt haben, eben durchhalten, dann gehe ich."

Man stelle sich eine dermassen schnoddrige Rede heutiger Staatsmänner- und Frauen vor!

JFK war stolz darauf, keinerlei Lobby zu dienen - mit einer Ausnahme, wie er selber sagte: Die der Milchtrinker. Leidenschaftlich missionierte er für den Konsum von Frischmilch und trank oft demonstrativ auf Pressekonferenzen ein grosses Glas davon.

Manchmal wurde der Hofstaat im Weissen Haus von seinen Schreien am frühen Morgen geweckt, die er gepeinigt von heftigen Schmerzen und Durchfall ausstiess. Es stellt sich aus heutiger Sicht die traurige Frage, ob nicht seine geliebte Milch daran schuld war.

Er selbst suchte vermutlich gar nicht mehr nach den Ursachen seiner zahllosen Krankheiten, es waren derer einfach zu viele. Schon in den dreißiger Jahren hatten ihm Ärzte prophezeit, wegen des Morbus Adddison nur noch ein Jahr zu leben zu haben. Dass es dann doch mehr wurden, verdankte er der Erfindung des Kortisons. Trotzdem lebte JFK sein Leben auf Abruf, war ein "Toter mit Bewährung".

Dieses stete Wandeln zwischen dem Dies- und dem Jenseits trug ebenfalls zu seiner ganz speziellen Aura des "Über-dem-Tod" Stehens bei. Er dachte in Dimensionen weit über sein irdisches Dasein hinaus und empfand die Zeit als einen Zustand reiner Wandlung. "Die Gegenwart existiert nicht. Da ist nur Vergangenheit, die zur Zukunft wird."

Seine Entrücktheit, die Todessehnsucht und die Hingabe an die eigene Endlichkeit verleihen ihm auch aus künstlerischer Sicht einen besonderen Reiz.  Er ist ein Wanderer zwischen den Welten, der so gut wie jede Rolle annehmen kann und  überall zu Hause ist.

John F. Kennedys Rede, die er anlässlich des Todes von Robert Frost am Amherst College, am  26. Oktober, 1963 hielt - also knapp einen Monat vor seinem eigenen Tod -  gehört zu dem wunderbarsten, was je über Kunst und Künstler gesagt wurde. Nie fühlte ich mich tiefer verstanden als durch diesen Text. Manchmal, wenn der Schmerz der inneren Einsamkeit mich zu erdrücken droht, lese ich die Schlüsselsätze durch:    
"The artist, however faithful to his personal vision of reality, becomes the last champion of the individual mind and sensibility against an intrusive society and an officious state. The great artist is thus a solitary figure. "
Dieser Satz allein fasst zusammen, was mein Leben ausmacht.
Und:
"I see little of more importance to the future of our country and our civilization than full recognition of the place of the artist. If art is to nourish the roots of our culture, society must set the artist free to follow his vision wherever it takes him."
Dass einmal ein US- Präsident gesagt hat, dass ich meinen Visionen folgen soll und dass es für ihn kaum etwas Wichtigeres gibt , als die Anerkennung des Künstlers,  ist Halt und Trost von unermesslicher Kraft.  JFK ist somit nicht nur Muse, er ist auch Verbündeter des Künstlers in dessen Einsamkeit. Diese Rolle  - wenngleich nur eine von vielen, die er inne hat - ist für mich persönlich seine vornehmste und schönste.
Robert Frost hat am Vereidigungstag sein Gedicht nicht vorlesen können. So sehr blendete die gleißende Sonne im frischen Schnee jenes 21. Januar 1961, dass der Dichter die getippten Worte auf dem Papier nicht erkennen konnte. Er trug daher ein älteres Gedicht vor, eines das er auswendig wusste. Die Zeit war noch nicht reif für diese Gedankenwelt.
Die Rede ist hier nachzulesen: http://arts.gov/about


11/02/2013

Comic Messe Koeln


Die Messe war toll, ich habe einige Vendetta, zwei DVD und eine Originalzeichnung verkauft, das ist schon recht gut.
Der Stand war herzig. Es gab nur einen komischen Besucher, der noergelte an meinen Sachen rum und sagte, er habe eine original Fahne der RAF gesehen und meine Zeichnungen seien ja ueberhaupt nicht in dieser Aesthetik. (?) Auch fehlte ihm die konkrete Szene der Ermordung Aldos. (!) Das hat mich dann irgendwann ein bisschen genervt. Aber zum Glueck kam dann gleich ein Besucher, den meine Sachen sofort sehr ansprachen und und spontan starken emotionalen Zugang zu Aldo hatte.
Schon interessant, wie sich zwei so gegensaetzliche Typen quasi zusammen einfanden. wie auch immer, es war ein toller Tag.


Aber  der RAF -Fahne Typ war schon krass. Was mich dabei schaudert ist der Gedanke, dass ueberhaupt die Aesthetik dieser Fahne der Masstab sein soll, mit dem mein Werk gemessen wird. Warum? Mal abgesehen davon, dass die RAF in "Vendetta" ja gar nicht vorkommt, wenn schon waere das die Brigate Rosse, aber egal, warum eigentlich ist die Perspektive der Taeter relevant? Warum nicht die der Opfer? Warum ist "Aldos Aesthetik" nicht gewuenscht? Warum ist alles was in ihm interessiert, seine Ermordung, sein blutiger Koerper, was ist ist mit seiner Seele, was ist mit IHM?

10/26/2013

Arlon


Die Messe war super. Obwohl es wieder dramatisch weniger Besucher als im Vorjahr hatte. Ich konnte dennoch viele gute Verkäufe machen, so vielleicht neue Leser gewinnen und ein Interview mit einem Journalisten gab es auch. Vor allem die Postkarten liefen gut: Praktisch meinen gesamten Vorrat habe ich an die Besucher gebracht.
Auch Sebastien Furio, Chef der Filmproduktion Noir Lune, war anwesend und wir konnten ueber mein Filmprojekt Merula Dawn quatschen. Es war überhaupt schön, viele bekannte Gesichter wieder zu treffen.
Als "Stargast" dieser Veranstaltung wurde ich auf Händen getragen, gefüttert bis an die Grenze des Mästens und ungemein nett behandelt. Das hat natürlich so richtig gut getan. 

Ob und wie das Festival 2014 stattfinden wird ist allerdings offen. Der Veranstalter meint, dass er vielleicht eine Kombi-Börse für Comics und Alte Bücher / Dokumente organisiert. Denn eines ist klar: die klassische Comic-Szene stirbt, auch wenn das so mancher noch nicht wahrhaben will. Vor allem die Sparte "klassische Abenteuer", in die letzten Endes auch meine Titel gehören, kränkelt seit längerem. Ich bereue es jedenfalls nicht, für Antique White House die Formel gewechselt zu haben und die Geschichten in Form von illustrierten Texten, statt in Form von Comix zu erzählen.


10/16/2013

Comic Festival Arlon


Dieses Wochenende...Samstag und Sonntag bin ich auf dem Comic-Festival in Arlon / Belgien. Parc des Expositions. Ich habe auch das Plakat gemacht. Das Comic Festival in Arlon ist eine traditionsreiche Verantstaltung. Leider hat es jahr für jahr weniger Besucher gehabt und selbst ganz grosse Star-Zeichner warteten oft vergeblich auf ihre Leser. 
Aber wir geben nicht auf. Wer in der Nähe weilt ist herzlich eingeladen das Festival zu besuchen. ich begrüsse Euch gerne an meinem Stand.

So, muss weiter packen!




10/02/2013

Der wundersame Stuhl.



Es ist dies die Geschichte eines Gartenzwerges, der in den Garten stuhlte.

das Geschäft hatte eine gar wundersame, lustige Form, so dass der Gartenzwerg sich wunderte und an der drolligen Form gar erfreute. So sehr gefiel ihm sein Werk, dass er alsbald seine Freunde herbeirief, auf dass diese es bestaunten. Und bald darauf war der Stuhl umringt von kleinen und grossen Gartenzwergen die den Haufen beschnüffelten, betasteten und sich daran delektierten
Dann kam ein großes Pferd vorbei und trat in den Haufen, so dass dieser platt ward und seine ursprüngliche Form zu Nichte gemacht. Da war grosses Jammern und Wehklagen unter den Zwergen.
Aber auch das Pferd ärgerte sich. Es wusste nicht, wie es die übelriechende Zwergenkacke an seinem Fuss loswerden sollte. 

Und die Moral von der Geschicht': Es gibt keine. Sie ist einfach nur Scheisse.

10/01/2013

Die Ballade von John und Aldo - Kapitel 1 - 09

Durch eine layout-änderung im Gesamtwerk, geht es hier mit einem Bild weiter, das teilweise in der vorherigen Folge schon zu sehen war. Klicke auf das Bild um es in Vollgrösse zu sehen und den Text zu lesen.

9/23/2013

Tanti Auguri di Buon compleanno, Aldo!

JFK's Geburts- und Todestage sind fester Bestandteil meines persönlichen, spirituellen Jahreskreises. Nun  kommt Aldo hinzu und wir müssen etwas enger rücken. :-)
Aber wo Platz für zwei ist, ist auch Platz für drei, sag ich mal!

Heute, am 23. September ist also Aldo Moros Geburtstag.
97 wäre er dieses Jahr geworden. Genau wie JFK hätte er dieses Alter zwar ohnehin kaum erreicht, trotzdem ist es schmerzlich daran zu denken, wie grausam er dem Diesseits entnommen wurde.


Die politische Karikatur einer Wochenbeilage des Corriere de la Sera von 1966 zeigt einen noch sehr jungen Aldo beim Versuch ein Kartenhaus zu erstellen. Er ist umgeben von Parteikollegen und anderen Gestalten, die sein Werk durch Blasen sabotieren.
Die Zeichnung nimmt Bezug auf Moros Versuch, mal wieder eine Regierung zu bilden und dass er dabei seine "sprichwörtliche Geduld" einsetzten musste.

Aldo Moros Sanftmut und Geduld waren in der Tat legendär und werden oft erwähnt. Das Bild scheint geradezu exemplarisch für sein ganzes Leben zu sein: Versunken in seiner eigenen Welt versuchte er seine Träume aufzubauen, während andere kontinuirlich genau diese untergraben und sabotieren.

Eine Astrologiebegeisterte Freundin hat mir neulich gesagt, dass mein und Aldos Geburtshoroskope eine nahezu 100% Übereinstimmung aufweisen und wir uns daher extrem ähnlich seien.
Gewiss, in vielen seiner Wesenszüge erkenne ich mich selber wieder. Unser emotionales Erleben scheint fast deckungsgleich.

Nur: 
SO eine Geduld habe ich nicht. Ich hätte diese Arschlöcher links und rechts längst gepackt und deren Nasen auf die Tischplatte gehauen. Echt jetzt!

Ich fürchte, Aldos Geduld hat dazu beigetragen, dass er zu lange nicht erkennen wollte und konnte, dass die Democrazia Christianza keine gute Partei für ihn ist, sondern ein schmieriger, Mafia-verseuchter Sauhaufen und dass er nicht unter Freunden wandelt, sondern knöcheltief in der Scheisse watet.

Im Loch der Brigate Rosse schrieb er: "Unter dem Druck diverser Stimuli in der Gefangenschaft kann ich nun erkennen, was in diesem politischen Leben wirklich abläuft und was ich sehe gefällt mir gar nicht."

Erst als seine Freunde ihn wegwarfen  hatte er mit voller, grausamer Wucht erkannt, mit wem er da all die Jahre verkehrt hatte. Und nun kotzte er sich richtig aus.
Zu spät, povero mio!

Wir werden heute zu Aldos Ehre ein typisch Apulisches Gericht essen.
Vor eingen Tagen hat eine Nachbarin, die nichts von meinem Bezug zu ihm weiss, uns einen Wein geschenkt:
Rein "zufällig" ist das der hier:







9/20/2013

Vendetta auf Kindle

Kennedys Vendetta gibt es nun auch als Ebook für Amazon Kindle.
Die Geschichte ist allerdings ganz leicht gekürzt, es hat etwas weniger Bilder und einige Textpassagen fehlen. Aber dafür ist die E-Version natürlich deutlich günstiger als die Printversion.

Wer kein Kindle sein eigen nennt: Amazon bietet gratis Lese-Programme für nahezu alle alternativen Geräte an, auch für den PC.

HIER könnt Ihr es beziehen: https://www.amazon.de/dp/B00FAQOEVU




9/13/2013

Im Varieté


Mir geht's schlecht. Ich bin traurig, frustriert. Ich brauche Flucht.

Yoga-Lehrer und Entspannungs-Gurus raten einem ja immer sich bei der Mediation einen "schönen Strand" vorzustellen. Ich finde Strände langweilig, ausserdem tritt man da auf Seeigel.

Ich fliehe daher lieber nach Amerikanien, dem Land meiner "Antique White House" Geschichten.

Also Augen zu - und  eingetaucht nach Amerikanien.

Die Fahrt zum Grand Théâtre du Milan ist angenehm.
Der Regen tropft auf das Stoffdach des Landauers. Wir sitzen zu dritt in der Fahrgastkabine; Der Präsident, Aldo Moro und ich. Wir schauen zum Fenster hinaus. Die Gaslaternen sind schon beleuchtet, ihr fahles Licht spiegelt sich auf dem regennassen Strassenpflaster. Die ersten, vergilbten Blätter fallen von den grossen Alleebäumen.

Wir kommen im Theater an und begeben uns zu unserer Loge.
Ich liebe Logenplätze!
Mal ehrlich: In den normalen Rängen sitzt garantiert immer ein zwei-Meter Typ mit Zylinder vor Dir und der pubertärere Bastard hinter Dir trampelt unentwegt gegen deine Rückenlehne. Von den schmatzenden und dauerquatschenden Sitznachbarn ganz zu schweigen.
In einer Loge hat man seine Ruhe. Und nichts brauche ich ich im Moment mehr.

Der Präsident setzt sich in die Mitte, Aldo und ich nehmen links und rechts von ihm Platz.

Als erstes tritt der Schwertschlucker auf. Er verschlingt nicht nur Schwerter und Säbel, sondern lässt auch allerlei Küchenmesser, Nägel, Lochmaschinen und einen Toaster in seinem Schlund verschwinden.
"Der Kerl sollte mal bei uns im Keller aufräumen" meint JFK.

Danach erleben wir ein aztekisches Frauenensemble. Sie singen Anti-Kriegslieder und kritisieren in satirischen Diskursen das Bankwesen und die Schönheitsindustrie.

Nach einer kleinen Pause ist das berühmte Medium Luba Milla an der Reihe. Sie steht auf der Bühne und spricht scheinbar wahllos Zuschauer an. Sie sagt ihnen, was sie morgen tun werden, wo sich deren verlorene Schlüssel befinden und andere erstaunliche Dinge.

Dann wendet sie sich dem Präsidenten zu:
"Sie suchen stets das Ende des Regenbogens. Sie suchen unermüdlich, immer weiter, obwohl sie wissen, dass sie es nie finden werden."
Der Präsident lächelt, amüsiert.
Dann spricht Luba Aldo an :
"Und Sie, Sie suchen auch das Ende des Regenbogens aber Sie finden dort nicht einen Kessel voller Gold, sondern allenfalls ein altes Seveso-Fass".
"Ja, das ist typisch für mich" stimmt Aldo zu.
"Und Sie..." Luba spricht nun zu mir: "Sie suchen gar nicht erst."

Natürlich nicht. Ich bin ja nicht bescheuert.

Die nächste Darbietung.
Zwei bizarre Clowns, Harlekine oder was immer diese Gestalten darstellen. Sie reissen merkwürdige, kryptische Possen. Das Publikum ist begeistert. Es ist die Nummer die bislang am besten ankommt, was ich befremdlich finde. Plötzlich giessen die beiden einen Eimer Blut auf die Bühne, streuen Zucker darüber und lachen. Dann starren sie zu uns hinauf. Sie geben zu verstehen, dass John F. 's Blut gemeint ist. Sie sagen es nicht offen, aber jeder im Saal weiss es.
Gesichter, kalt und ohne jedes Gefühl starren uns grinsend an. Ich friere. Aldo ist empört. Er steht auf und sagt: "Lasst uns gehen, wir haben hier nichts mehr verloren."
Das sehe ich auch so und erhebe mich ebenfalls.




Aber der Präsident packt uns und hält uns fest.
"Hiergeblieben!" Befiehlt er. "Hier geht niemand. Kein Rückzug!"
Wir setzen uns also wieder hin. Im Publikum prusten ein paar Leute vor sich hin. Viele finden das ganze sagenhaft lustig. Die Gestalt auf der Bühne kippt noch mehr Blut auf den Boden.

Aldo beugt sich nach vorne und ruft laut in den Saal: "Mögen Sie auf dem Glatteis ihres inneren Wesens ausrutschen und kopfüber in ein Seveso Fass fallen!"

Gut gesagt, wo wir es schon von Seveso-Fässern hatten...

Ich lege nach :" Und ich rolle das dann auf die Sondermüll-Deponie der Menschheit, wo abartiger Giftmüll wie Sie endgelagert gehört!"

Einige Zuschauer goutieren das gar nicht. Verständnislose Blicke wandern zu uns hoch. Hier und da raunt ein "Das war aber unangebracht" in den unteren Rängen.
Der blutige Ulk war offenbar in Ordnung, unsere Replik indes nicht.

JFK lächelt. Kraft seiner tiefen Dualität ist er einmal mehr hin und her gerissen. Einerseits kann er unsere überschäumenden Emotionen nicht wirklich gut einordnen, anderseits liebt er uns genau ihretwegen. Und er geniesst es, dass wir uns für ihn einsetzen. Schliesslich sagt er:

"Besagte Deponie dürfte bereits arg überfüllt sein. Ich würde die knappen Kapazitäten nicht mit Fässern trivialen Inhaltes ausreizen." Dann erhebt er sich. "Kommt. Verderben wir den Publikum nicht den Spass durch unserer Anwesenheit."
"Ich dachte, wir sollen uns nicht zurückziehen", flüstere ich ihm zu.

"Es gibt Rückzug und es gibt das zeitlich passende Stehenlassen" meint der Präsident. "Ihr müsst beide den Unterschied noch lernen."


9/05/2013

Blog Candy Bei Sefarina

Und zwar hier

Selbstverständlich mache ich mit. Zwei der drei gezeigten Postkarten befinden sich bereit in meinem Besitz, aber auf die dritte schiele ich als Sammlerin hochwertiger Künstlerpostkarten natürlich mit Spannung. Und die Buttons von Sefarina sind eh Kult.